Reisebericht Kreta: Saisonstart am ersten Januar

 

 

 

Kreta: Pünktlicher Saisonstart am 1. Januar

Nahezu unwirklich ist die Ankunft Ende Dezember am Flughafen Heraklion. In der Halle der Ankunft, im Sommer oft sehr übervoll mit Reisenden, ist kein Betrieb. Nahezu leer und nur ein paar Koffer sind auf dem Gepäckband von der AEGEAN Maschine aus Athen. Auch in der Mietwagen Schalterhalle herrscht gähnende Langeweile hinter den Tresen der diversen Mietwagengesellschaften. Wenn man den Hochbetrieb des Sommers mit unzähligen Bussen und tausenden Reisenden kennt, ist das Ankommen sehr angenehm und sehr schnell stehen wir draußen vor dem Terminal in vergleichsweise lauer Luft von 10 Grad. Mit dem Mietwagen geht es nach Timbaki im Süden, wo wir unsere Motorräder im Herbst geparkt haben, um pünktlich am ersten Januar in die neue Motorradsaison zu starten. Es ist meine erste Reise im Winter nach Griechenland und ich freue mich sehr auf mein Motorrad.

 

 

Am nächsten Morgen gehe ich sogleich zu den hier untergestellten Maschinen und freue mich, dass sie auf Knopfdruck gleich anspringen. Den Silvesterabend verbringen wir einsam am Strand in Kalamaki, von Feuerwerk und Menschenmengen keine Spur. Lediglich zwei Hunde begleiten uns. 

 

   

Der Neujahrstag startet wolkenlos, in der Sonne ist es richtig angenehm, ideales Wetter für eine erste Tour im neuen Jahr. Wir fahren auf eine Klippe und blicken von dort über das Meer nach Timbaki und das dahinter liegende schneebedeckte Idagebirge mit dem 2456m hohen Psiloritis als höchsten Gipfel.  

 

 Der Weg führt vorbei am Kloster Moni Odigitrias, einer wunderschönen kleinen Klosteranlage. Im Innenhof scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, kein Geräusch, keine Bewegung. Nur einige Katzen blicken neugierig hinter großen bepflanzten Amphoren hervor. Entschleunigung pur!

 

Vom Kloster aus geht es weiter auf einer Schotterstraße nach Kali Limenes, wo sich eine Tankstelle für Schiffe auf einer vorgelagernden Insel befindet. Von dort aus folgen wir der Südküste und sind begeistert von der lauen Luft, der Stille, dem Unterwegssein und den herrlichen Ausblicken. Wir schreiben den ersten Januar und sind in einer so großartigen Landschaft unterwegs. Einfach herrlich und unfassbar zugleich. Während die Motorräder zuhause noch einige Monate auf Ihren Einsatz warten müssen, sind wir hier schon unterwegs bei bestem Wetter.

 

Ruhe & Entspannung pur!
 

In dieser Region sind die einzigen Wegbegleiter Ziegen und Schafe, die den ganzen Tag frei durchs Gelände streifen. Mit ihrer besonderen Art von Neugier dauert es nicht lange, bis sie am Motorrad schnüffeln, wenn man anhält. Könnte ja sein, dass es an der grünen Maschine was zu nagen gibt. :-)

 

 

 

 

In Tripiti angekommen machen wir Pause und sind begeistert vom menschenleeren Strand. Hier kann man herrlich die Seele baumeln lassen und seinen Gedanken nachhängen. Eine kurze Auszeit in herrlicher Umgebung. Lediglich die kleine Taverne am Strand hat geschlossen, welche mit einfachen Gerichten den Tag noch mehr hätte bereichern können. 

 Zurück führt der Weg zunächst durch ein enges Felsentor in die Berge. 13 Bartgeier sitzen oben auf den Felsen, als ob sie sich hier im Winter verabredet haben, wo man im Sommer eher einige wenige Paare zusammen sieht.  Danach geht es auf einer schön gewundenen Straße runter in die Ebene von Mires.

 Wohlfühlkurven!

Nach einem sehr entspannten und wunderschönen Tag kehren wir zurück ins Dorf und gehen in die einzige Taverne, die geöffnet hat. Ein zentral aufgestellter Holzofen verbreitet angenehme Wärme und wir reflektieren in Gesellschaft von 6 Dorfbewohnern in dieser sehr angenehmen Atmosphäre unsere Eindrücke, welche wir unterwegs mit etwas Achtsamkeit am 1. Januar gesammelt haben.

Während die Menschen zuhause drauf warten, ob nun endlich Winter einkehrt oder das Schmuddelwetter sich fortsetzt, haben wir die erste Tour des Jahres bereits hinter uns. Mit einem Anteil von ca. 50% Schotterstraßen durch die in der Sonne frühlingshaft warme Luft zu fahren und dabei die Gerüche der diversen Bergkräuter wahrzunehmen, welche jetzt im kretischen Winter noch intensiver duften, war ein herrliches Erlebnis. Der Saisonstart am ersten Januar war ein voller Erfolg!

 

 ©  Bilder und Text by Frank Wondratsch, www.greek-spirit-tours.de

 

 

 

 

 

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